Review „Foto im Kino“

Rattchen @ Foto im Kino from Rattchen on Vimeo.

26.03.2011 // Programmkino Ost // Dresden

Als ich im letzten Jahr von einem befreundeten Model (und Fotografen) eine E-Mail mit einer Einladung zu einer Veranstaltung erhielt, wusste ich zuerst gar nicht, was da eigentlich auf mich zukommen sollte.
Meine Fotos wurden für gut erachtet, um an einer ganz besonderen Präsentation teilnehmen zu können: „Saal Eins – Foto im Kino“.
Die Fotoauswahl stellte sich als ziemlich nervenaufreibend und belastend dar. Immer wieder wurden Bilder für gut, aber nicht präsentationstauglich ausgetauscht, bis kurz vor Abgabetermin die Endauswahl dann endlich stand.
Damit war für mich dieses Thema dann vorerst wieder erledigt, bis der Tag näher rückte und meine bessere Hälfte und ich unsere Fahrt nach Dresden planten. Ein wenig aufgeregt war ich schon und tausend Fragen kreisten in meinem Kopf: Was wird passieren? Was kommt da auf mich zu? Habe ich mich für die richtigen Motive entschieden?
Je näher wir Dresden kamen, desto mehr schwenkte diese Aufregung in Neugierde um. Samstagmorgen fuhren wir in Berlin los. Der Plan sah vor, in Dresden noch ein paar Fotos zu schießen, aber das kalte Regenwetter brachte uns dann dazu, die Zeit doch lieber bei Media Markt in der Fotoabteilung zu verbringen.
Pünktlich waren wir dann am Kino und konnten einen ersten Eindruck gewinnen. Ich war sehr lange unsicher, wie viele Leute, dem Aufruf folgen würden, aber am Ende war es dann sogar „überausverkauft“: Ein Teil der Besucher musste auf den Treppenstufen sitzen und ein anderer Teil wurde aus Platzgründen gar nicht mehr hineingelassen und musste weggeschickt werden.
Überrascht war ich von der Tatsache, dass fast alle Fotografen persönlich anwesend waren, sogar aus der Schweiz und aus Stuttgart reisten sie an und verbanden die Veranstaltung gleich mit einem Kurzurlaub.
Der Abend war sehr kurzweilig und meine Bedenken, dass ich nur schwer zwei Stunden konzentriert Fotos schauen könnte, wurden schnell beseitigt.
Die Aufregung und mein Herzrasen kamen zu mir zurück, als mein Name fiel und meine Bilder als nächstes an der Reihe waren. Aber als das Publikum über meine Bilder lachen musste, wusste ich, dass die Fotos ihren Zweck erfüllt hatten und sie ihre Geschichten erzählen konnten.
Das einzige, das ich mir gewünscht hätte, wäre als „Nichtinterviewte“ ein paar Informationen zu meiner Person und den gewählten Bildthemen zu hören, so dass der Betrachter sich besser darauf einstellen könnte.
Insgesamt war es jedoch eine wunderschöne Veranstaltung, die wieder einmal zeigte, was Leidenschaft so alles möglich macht. Die gezeigten Fotos aller Fotografen waren sehr anspruchsvoll und so mancher Profi könnte sich da noch eine Scheibe abschneiden. Auch tat es gut, selbst einmal zu erleben, dass auf den eigenen Bildern auch auf dieser Größe keinerlei Rauschen, Grießeln oder Unschärfe zu sehen waren. Immerhin ist man ja stets sehr streng mit sich selbst und der geleisteten qualitativen Arbeit.
Natürlich wäre aber so ein Abend nicht komplett, ohne eine lustige Gegebenheit:
Als die Moderatoren am Ende der Veranstaltung die Fotografen auf die Bühne riefen, ohne die diese Veranstaltung gar nicht möglich gewesen wäre, sollte natürlich auch ich dort hin. Da ich jedoch die ganze Zeit über die Veranstaltung mit Foto und Video dokumentierte, wartete ich, bis der letzte Fotograf an mir vorbei gegangen war. Dann folgte auch ich und hielt die Kamera weiter in der Hand zum Filmen. Dadurch wurde ich nicht als einer der Fotografen wahrgenommen, bei denen sich die Veranstalter bedanken wollten. Jens, einer der Moderatoren, hatte noch ein Blümchen übrig und wusste nicht, wem er dieses noch überreichen sollte.
Als er merkte, wen er übersehen hatte, gab es einen Extraknuddler für mich.
Am Ende stießen alle noch mit Prosecco auf den Erfolg dieses Abends an und es fand sich Zeit für ein paar nette Gespräche.